Innenansicht Dodge Charger

Über Mich

Julian Meyer, Göttingen, Jg. 1962

 

Augenoptiker, Sammler von Citroen und Ford-Fahrzeugen, historischen Motorrollern.

Vor der Ausbildung zum Augenoptiker 1979 Berufsgrundbildungsjahr Metalltechnik / Fachrichtung KFZ.

 

Langjährige Freunde von mir wissen, dass es mich als Jugendlicher in den 70er Jahren ärgerte, wenn in meiner vom Krieg stark gezeichneten und zerstörten Heimatstadt Wuppertal alte Häuser abgerissen wurden. Das geschah dort sehr, sehr oft z.B. zugunsten von Strassenverbreiterungen oder um fiesen Betonburgen Platz zu machen. So fiel damals auch der ausnahmsweise vom Krieg verschonte Wuppertaler Stadtteil Sonnborn, um Europas größtes Autobahnkreuz („Sonnborner Kreuz”) zu bauen. In Wuppertal wohlgemerkt, nicht bei Wuppertal. Mein Vater ist da mit uns Jungs hin, als das alte Sonnborn straßenzugweise per Sprengung niedergelegt wurde. Das hat mich geprägt, Dinge die einmal verloren sind, sind ein für alle mal weg und nie mehr zurück zu bekommen.

 

Da passt es auch in mein „Soziogramm”, dass ich auch die damalige Wegwerfmentalität nicht gut fand. Ob Jugendstil-Möbel, Musiktruhen, Röhrenradios: Viele einfach schöne Dinge standen in den 70ern auf dem Sperrmüll, weil sie dem aktuellen Zeitgeschmack nicht mehr entsprachen. Obwohl sie noch prima funktionierten…

Das war auch bei Autos so. Hatte der Nachbar A ein neueres Modell, versuchte Nachbar B natürlich nachzuziehen. Old- und Youngtimer zu fahren war damals nicht gesellschaftlich akzeptiert. Was ich seinerzeit nicht ahnte, dass einige Studenten begannen, alte Autos herzurichten. Daraus entstand die heutige, trotz Krise weiter wachsende Old- und Youngtimer-Szene. Die große Masse der Nachkriegs-Autoproduktion war Mitte der 70er Jahre längst verschrottet. Ich fand es schade, dass man von Autos dieser Epoche so wenig sah!

Allerdings, ein kleiner, feiner Rest fiel mir doch auf:

Ein dunkelblauer Opel Kapitän, ein gelb-weißer Ford 12m, („Seitenstreifen-Taunus”) ein dunkelgrünes Goliath-Dreirad eines Kohlehändlers vom Ölberg und ein gelb-weißer DKW 3 gleich 6 mit zwei älteren Damen am Steuer waren Mitte der 70er Jahre meine heimlichen Stars im Wuppertaler Straßenverkehr.

Immer, wenn ich einen von denen entdeckte, war das für mich so eine Art Zeitfenster in eine vergangene Epoche… Klasse, dass es diese Autos noch gab! Aber wie lange noch? Das Goliath-Dreirad des Kohlhändlers war untenrum schon kräftig mit schwarzem Unterbodenschutz zugeschmiert und machte einen ganz traurigen Eindruck. Lange hat es wohl nicht mehr existiert…

Schon davor bei meiner Märklin-Eisenbahn und meinem Fernlenk-VW Bus, natürlich ein Polizei Bulli vom Typ „T1”, achtete ich nicht nur darauf, dass alles gut in Schuss war, sondern ich machte mir viele Gedanken, wie man dafür sorgen konnte, dass die Sachen nicht verschleissen. Das ist also eine ganz alte Eigenschaft von mir.

Schon klar, dass ich meine alte Märklin-Eisenbahn und den alten Fernlenk-Bulli noch habe, oder? Und natürlich voll funktionstüchtig…

 

Jahre später wundert es Sie, lieber Leser, wohl nicht, dass ich mich darüber ärgerte, dass mein erstes Auto, ein 1977er 2CV4, nach nur sechs Jahren an mehreren Stellen durchgerostet war.

Nach Schweiss-Orgien mit Freunden habe ich mit Unterbodenschutz und Hohlraumkonservierung aus Sprühdosen versucht, das Weiterrosten zu stoppen. Das klappte sogar ganz gut, die gute alte Ente habe ich viele Jahre später mit frischem TÜV zu Gunsten eines fabrikneuen 2CV 6 verkauft. Der wurde dann schon professioneller konserviert, bei einem Göttinger Citroen-Händler, der uns vom „Göttinger Entenclub” gern mal auf die Bühne gelassen hat und uns sein Werkzeug benutzen liess. Wir nahmen damals die Hohlraumkonservierung von Citroen. (Hersteller Dinol)

 

Und so ging es dann weiter, Fahrzeuge von Freunden und Familie, und natürlich immer meine eigenen Schätzchen (viele 2CV«s, Kastenente, Dyane, Buckelvolvo etc.) bewahrte ich vor Rost, in dem ich sie gut konservierte. Viel Zeit habe ich in diesen Jahren verbracht, mit welchem Produkt das am besten klappt. Mit Leinöl habe ich herum experimentiert, weil das angeblich bei VW in Wolfsburg verwendet wurde und für die typischen „Golf 2 Rotznasen” an der Heckklappe verantwortlich sei. Erklärte mir tatsächlich ein VW-Mitarbeiter. Kleiner Hinweis: Die Augenoptiker-Schule, die ich damals besuchte, ist in der Nähe von Wolfsburg, jeder Einheimische arbeitete bei VW und konnte was erzählen…

 

Über die Jahre entstand mein erkleckliches „Rostschutz-Archiv‟:

Jede Menge Hohlraumversiegelungs-Produkt-Testberichte, Reparaturanleitungen diverser Hersteller und Typen, Hohlraumpläne verschiedener Hersteller, unzählige Reparaturanleitungen mit Hinweisen von freien Autoren, interessanterweise auch mehrere Fachbücher zum Thema Korrosionsschutz aus der ehemaligen DDR, in denen ausgesprochen viele „Westwagen” behandelt werden!

 

Letzter Stand meiner „Rostschutz-Entwicklung”:

Seit Jahren arbeite ich mit dem Produkt, dass in den letzten zwanzig Jahren alle Tests anführt: Mit „Mike-Sanders-Korrosionsschutzfett”! Das ganze „Mike-Sander”-Equipment von der Druckbecher-Pistole über den Heizköcher bis Hakendüse uvm. steht in unserer Werkstatt zur Verfügung.

 

Denn eins ist klar: Wegen Rost muß kein Fahrzeug ausfallen!